Rostpilze

Die Rostpilze der Zürcher Herbarien: Etiketten online

Rostpilze gehören zur Pilzgruppe der Basidiomyceten und umfassen etwa 6000 beschriebene Arten, die als Parasiten bedecktsamige Pflanzen, Nadelbäume und Farne befallen. Einige Arten sind gefürchtete Krankheitserreger von Kulturpflanzen, z. B. der Kaffeerost (Hemileia vastatrix), der Schwarzrost des Weizens (Puccinia graminis) oder der Rost der Sojabohne (Phakopsora pachyrhizi).

Die Zürcher Herbarien besitzen eine bedeutende Sammlung von Rostpilzen, ungefähr 60,000 Belege aus aller Welt, mit einem Sammlungsschwerpunkt auf den europäischen Arten. Die Funde stammen von zahlreichen Sammlern und Forschern, aber den grössten Teil haben die berühmten Schweizer Mykologen Eduard Fischer (1861–1939) and Ernst Gäumann (1893–1963) zusammengetragen. Gäumann war ein Schüler Fischers an der Universität Bern. Später wurde er Professor an der ETH Zürich und stand während vieler Jahre dem Institut für Spezielle Botanik als Direktor vor. In dieser Zeit veröffentlichte er grundlegende Werke zur Mykologie und Phytopathologie, darunter eine noch heute unentbehrliche Monographie der Rostpilze Mitteleuropas.

Die Rostpilzsammlung ist ein Aushängeschild der Zürcher Herbarien und der Schweizer Mykologie. Ihre Bestände sollen deshalb für Wissenschaftler und andere interessierte Personen über das Internet zugänglich gemacht werden.

Während die Merkmale gepresster Pflanzen anhand guter Fotos im Detail studiert werden können, verbergen sich die Unterschiede zwischen den Rostpilzen in mikroskopischen Merkmalen, die an Fotos von Pilzlagern und befallenen Pflanzenteilen unsichtbar bleiben (Abb. 1). Aus diesem Grund stellen wir keine Abbildungen der Pilze zur Verfügung, sondern Kopien der Etiketten, mit den gesamten und originalen Informationen zu den einzelnen Belegen (Abb. 2). Forscher haben dadurch freien Zugang zu den Sammeldaten aller Rostpilzbelege und können die Exemplare identifizieren, die für ihre Arbeit wichtig sind. Das Material wird auf Anfrage an wissenschaftliche Institutionen zur Untersuchung verliehen.

Der Bildkatalog ist über e-Pics (ETH-Bibliothek) online zugänglich